Erklärung der Kiezinitiative DonauFulda aus Berlin Neukölln

Beitrag der Initiative auf dem Cuvry-Brache-Fest am 2. Juni 2012 in Berlin Kreuzberg:

Hallo, guten Tag,

ich möchte euch von unserer Kiezinitiative erzählen.

Die DonauFulda-Kiezinitiative ist von Nachbarinnen und Nachbarn vor einem Jahr aus der Notwendigkeit gegründet worden, sich angesichts der schwierigen Situation, die unser Viertel erlebt, organisieren zu müssen.

Seit einigen Jahren beobachten wir, wie problematisch sich das Wohnungs- und Mietenthema entwickelt. Ein hoher Prozentsatz der in Neukölln lebenden Menschen ist mit Mieterhöhungen konfrontiert. In noch schwerwiegenderen Fällen erhalten die Menschen Aufforderungen, ihre Wohnung räumen zu müssen – viele mussten bereits wegziehen.

Neukölln hat sich zu einem Trendviertel entwickelt, auf das viele Investoren ihr Augenmerk geworfen haben. Viele Häuser haben ihre Eigentümer gewechselt.

Das Gesicht des Viertels hat sich fundamental gewandelt. Durch den Prozess der Modernisierung und Sanierung wird es für viele Nachbarn immer schwerer, die Miete aufzubringen.

Von Tag zu Tag sehen wir die Veränderungen in unserem Kiez. Wir sind nicht grundsätzlich gegen Veränderungen, die unseren Kiez lebenswerter machen, ganz im Gegenteil. Aber wir sind gegen Veränderungen, die sich die Leute nicht mehr leisten können.

Ein immer größerer Teil der Bevölkerung Neuköllns lebt unter der Armutsgrenze und in präkeren Verhältnissen. Steigende Mieten auf der einen Seite, sinkende Einkommen und  Kürzungen bei sozialen Projekten, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen haben die Situation deutlich verschlechtert.

Arm aber sexy hat Klaus Wowereit gesagt – wir Neuköllner, Migranten, Hartz IV Empfänger, prekär Beschäftigte, Lohnabhängige, Studenten etc, können diesen sexy Teil der Armut nicht geniessen.

Liebe Nachbarinnen, liebe Nachbarn,

wir denken, dass unsere einzige Möglichkeit der Konfrontation mit dieser Situation darin besteht, dass wir uns organisieren, mit anderen Initiativen, Sport-, Kultur- und Migrantenvereinen verknüpfen, Hausversammlungen machen und in permanentem Kontakt mit unseren Nachbarn bleiben.

Der Kampf hat gerade erst begonnen,

Vielen Dank

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